Es kann doch nicht so schwer sein, als gesunder Mensch, täglich 10.000 Schritte zu gehen, dachte ich. In der Vergangenheit hatte ich solche Bemerkungen wohl schon öfters bei meinem Mann gemacht, der wiederum behauptete, als er noch arbeitete auch nicht immer auf die 10.000 Schritte kam. Nun hat er mir eine Uhr bestellt, die meine Schritte messen sollte. Gut, wenn er es belegt haben möchte, dann zeig ich ihm mal meinen Durchschnitt und zog die Uhr gleich am nächsten Tag an. Schluck, der halbe Tag war schon vorüber und ich hatte gerade mal 3000 Schritte. Ich verzichtete auf den Fahrstuhl, machte alle Botengänge im Geschäft und parkte am Ende des Parkplatzes beim Einkaufen. Es war abends. Die Uhr zeigte 8000 Schritte. Hm, so kann ich nicht vor meinen Mann treten, dazu hatte ich in der Vergangenheit den Mund zu weit aufgetan. Also ging ich in den Keller und dreht noch ein paar Runden. Als ich meine Schritte beieinander hatte, hockte ich mich neben ihn aufs Sofa und hob meine Uhr unter seine Nase. „Gut gemacht!“, sagte er nur. War das alles? Ich sagte mal nichts, sonst hätte er mich bestimmt gefragt, was ich so lange im Keller gemacht habe. Ich vermute, er wusste es. Wie gut, dass wir Gott keine Tagesleistung bringen müssen. Paulus schreibt im Brief an die Epheser, dass wir aus Gnade durch den Glauben gerettet sind. Da ist nichts, was wir aus uns selbst tun könnten. Somit haben wir auch keinen Leistungsdruck und müssen auch nicht abends noch eine Runde drehen, wie ich, um Gott zu gefallen. Alles war wir tun, sollen wir aus Liebe tun, ohne Druck.
Nicole van Gent