Euch anvertraut…

Ich war unterwegs zu einem großen Möbelhaus. Das Navigationsgerät im Auto zeigte mir den Weg. So ca. 200 Meter vor meinem Ziel sah ich schon das große Schild des Möbelhauses, doch mein Navigator meinte, ich solle rechts abbiegen. Auf keinen Fall, dachte ich, ich sehe doch schon das Ziel, warum sollte ich jetzt abbiegen und in eine ganz andere Richtung fahren. Ich machte das „nervende“ Navi aus, welches nun immer wollte, dass ich umdrehe und fuhr weiter geradeaus. Doch, oh Schreck, ich fuhr die lange Fassade des Hauses entlang und da war kein Eingang. Abbiegen oder wenden konnte ich auch nicht. Nun, ich machte meinen Navigator wieder an. Zum Glück blieb er freundlich, ohne blöden Kommentare. Ich hatte mal ein Navigationsgerät, welches oft sehr schnippische Bemerkungen machte. Nach einem größeren Umweg kam ich endlich auf der richtigen Seite direkt am Haupteingang an. Das ist immer so eine Sache, was wir mit den Augen sehen. Meist ist das auch noch eng verknüpft mit unserem Verstand. Dann wird es schwer, leise Stimmen, die etwas anderes sagen, ernst zu nehmen. Vielleicht betrachten wir Menschen, die wir nicht gut kennen, etwas Oberflächlich. Mit den Augen sehen wir einen Menschen, der sich z.B. ständig in den Mittelpunkt stellt. Wenn wir ihn kennen würden, würden wir wissen, dass er vielleicht einsam ist, keine Freunde hat oder was dahinter stecken könnte. Augen sind wichtig, aber noch wichtiger ist das Herz, weil es viel tiefer sehen kann. Ein offenes Herz kann mehr sehen als die schärfsten Augen.

Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der HERR aber sieht das Herz an“ (aus 1. Samuel 16,7)

Nicole van Gent